Weltreise Teil 8 – China, Peking – Xi’an – Chengdu – Kunming

Endlich wird’s wärmer! Wir kommen am Pekinger Bahnhof an, dank dem Tiefdruck haben wir heute eine unfassbare Smogwolke über den Köpfen hängen, die Sonne hat absolut keine Chance durchzukommen. Wir kämpfen uns an der Taxi-Mafia vorbei und können schließlich die 7km bis zum Hostel für nur 30 Yuan (ca. 3 Euro) fahren.

Wir brauchen ein paar Tage um uns zu orientieren, aber es ist doch alles sehr übersichtlich gehalten. Wir besuchen den Tianmen Platz und die verbotene Stadt, lassen währenddessen unzählige Fotos mit uns machen – die meinen bestimmt wir sind Stars, wir die weißen Menschen – und arbeiten uns mit Stäbchen durch sämtliche Reis- und Nudelgerichte.
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Die Terrakotta Armee in Xi’an
Tags drauf geht’s zur großen Mauer. Die 50 km bis Badaling fahren wir mit einem öffentlichen Bus. In Badaling angekommen brummt der Kopf, weil die Fahrkartenverkäuferin im Bus mit einem Megafon sämtliche Geschichten über die Mauer durch das Gefährt brüllt.
Wir schlagen uns mal wieder durch die Souvenirverkäufer. Am Eingang kann man links und rechts die Mauer erklimmen. Der unterschied, rechts rauf geht’s zu wie auf einem Volksfest, links ist keine Menschenseele. Wir gehen links.
Strahlender Sonnenschein, aber heftigste Windböhen lassen uns am Geländer kleben wie Kaugummi unter dem Stuhl.
Abends genießen wir mal wieder die Chinesische Küche und gönnen uns einen Absacker in einer Live – Musik – Bar.
Schon langsam machen wir uns auf den Weg nach Xi’an, wir können es einfach nicht erwarten in tropisch warme Gebiete zu kommen, auch wenns noch dauern wird. Der einzige Bahnhof der ca. 5Millionen Metropole hat überflüssigerweise den Busbahnhof direkt mit angeschlossen, sodass morgens um fünf Uhr eine Art Oktoberfeststimmung aufkommt – nur ohne feiernden Menschen.
Gleich am selben Tag fahren wir zu der berühmten Terrakotta Armee. Auch hier Souvenirverkäufer so weit das Auge reicht, sogar einen KFC gibt’s auf dem Gelände.
Die Armee begeistert uns bisher am meisten, ein Besuch ist absolut Lohnenswert, auch wenn man 110 Yuan (11 Euro) Eintritt zahlt. Wie fast überall fragt man sich doch wohin die ganzen Gelder fließen.
Nach diesem unglaublich stressigen Ausflug in die viel zu dicht besiedelte Stadt geht’s bald weiter nach Chengdu.
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Immer, Überall und ganz viel: Essen
Wir werden bereits von den Eltern von Helgas Schwägerin erwartet. Diese bringen uns in ein schönes Hotel. Das erste mal haben wir so richtigen Luxus. Sofort bekommen wir gute Küche aus der Provinz Sichuan vorgesetzt. Nach dieser Stärkung fahren wir in die Pandazuchtstation und besuchen ein paar der total süßen Bären. Zu unserer Verwunderung wird für die Tiere mit den Kulleraugen nur halb so viel Eintritt verlangt, als für die Tonköpfe zwei Tage vorher.
Man kann sich in dieser sehr Artgerechten Anlage Stunden beschäftigen den Tieren beim spielen, fressen oder schlafen zuzusehen.
Zum Abendessen fahren wir in ein richtig schickes Lokal. Wir sitzen in einem Separee, Andy – der Neffe unserer Gastgeber – stößt dazu. Wir bekommen unglaublich viele Gerichte an den Tisch und wieder wird alles geteilt. Die Auswahl der Gerichte ist der pure Wahnsinn, ein Fest für jeden Feinschmecker!
Andy führt uns ins Partyviertel aus. Hier bestellt man nicht ein Bier, sondern ein Dutzend. Aber keine Angst, auch dem sind wir gewachsen.
Am nächsten morgen brummt der Kopf, aber nach einem Frühstück (Orangensaft) wird’s schnell wieder gut. Gleich danach werden wir abgeholt und fahren in ein traditionelles Dorf, indem wir allerhand skurrile aber sehr schmackhafte Sachen probieren können. Wir verbringen viel Zeit mit unseren Gastgeber.
Am Abend gibt’s nochmal super Sichuan Küche. „Hotpot“, eine Art Fondue, mit Hasenfleisch, Wurst, Gemüse, Fleischbällchen, Nudeltaschen usw usw… Die Auswahl ist fantastisch!
Den darauffolgenden Tag erkunden wir auf eigene Faust die Stadt und bewundern die abgefahrenen Wolkenkratzer der am schnellst wachsenden Stadt Chinas. Am selben Abend fahren wir weiter 1100km weiter südlich nach Kunming, Provinz Yunnan. Jetzt brauchen wir nur noch ein Taxi. Aber die nehmen uns eiskalt nicht mit, alle weisen uns ab, dankbar nehmen wir die Hilfe eines Polizisten an, der einfach eines aus dem Verkehr rauszieht!
Wir entspannen uns und werden kurz drauf auch mit Sonnenschein und 15°C belohnt.
Wir haben nur noch wenige Sachen zu erledigen, bevor es weitergehen kann. Die Bustickets an die laotische Grenze sind schnell besorgt, aber das Vietnamesische Konsulat für unser Visum zu finden ist eine Herkulesaufgabe. Nach ca. vier Stunden suchen, finden wir es in einem Bankgebäude im fünften Stock – Hintereingang und keine Hinweisschilder.
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Zwei Tage drauf Trampen wir mit zwei Chinesen aus unserem Hostel 80km (südlich?) zu einem Steinwald. Trampen funktioniert hier etwas anders als in Europa. Mal wieder hilft uns ein Polizist. Er bringt uns zu Fuß auf die Autobahn und wir laufen am Standstreifen entlang, während unser komplett verrückter Freund im Rückwärtsgang zwischen der zweiten und dritten Spur seine Hand ausstreckt. Das erste Auto kann uns ein paar Kilometer mitnehmen, lässt uns aber dann netterweise, bevor er von der Autobahn runter fährt, auf der ersten Spur aussteigen – immerhin wird rechts geblinkt. Nach mehreren Stunden Fußmarsch zwischen stinkenden Lkws und engen Mautkontrollen nimmt uns ein Bus mit. Der Reiseleiter fragt die Gäste ob wir mitfahren dürfen, diese jubeln und haben uns gern dabei – Gott sei dank!
Damit das Abenteuer nicht abbricht erschleichen wir uns noch den Eintritt in den Steinwald. 175 Yuan (17,5 Euro) für Kalkfelsen!!! Das kann echt nicht deren ernst sein! Wir machen eine kleine Wanderung hinter das Gelände, steigen über Bäche und kämpfen uns durch dichtes Gestrüpp, lassen uns von einem Wachmann vertreiben, klettern über Felsen, Gestrüpp, Stacheln hier und da, Tierkot, Wasser, Baumstämme und schaffen es letztendlich doch noch. Wir entfernen das Grünzeug aus den Haaren und von der Kleidung – nur sechs Stunden haben wir gebraucht von Kunming zum Steinwald. Wir sind stolz auf uns, vorallem, weil es sicherlich ärgerlich ist, soviel Geld zu zahlen und dann hat man eine übertrieben künstliche Anlage mit schönen Wiesen die man nicht betreten darf. An diesem Sonntag merkt man schnell, dass China das Bevölkerungsreichste Land der Erde ist. Horden von wilden Chinesen die offensichtlich noch nie Steine gesehen haben! Zurück fahren wir mit dem Bus und zahlen nun doch die 27 Yuan (2,70 Euro). Auf jeden Fall eine lustige Erfahrung.
Jetzt sitzen wir im Hostel, genießen die Sonne und warten auf morgen, dann geht’s weiter nach Laos!
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Die…. chinesische Mauer!
Wie hat uns China gefallen?
Ein sehr interessantes Land, dass für uns im Moment zu groß zum bereisen ist. Das Land bietet kulinarisch viel Abwechslung. Chinesische Küche wie man sie bei uns kennt gibt es hier nicht.
Gegessen wird prinzipiell alles. Von Hühnerfüßen über Kröten, Schildkröten, Schlangen und sonst alles was nicht schnell genug wegläuft. Wir haben eine Geschichte gehört, ein Mädchen hat abgetrieben und die Mutter hat den Abgang in Nudeltaschen gefüllt um diese ihrer Tochter zum essen zugeben, es soll heilende Kräfte haben. Über den Wahrheitsgehalt kann man streiten, wir könnens uns aber gut vorstellen. Aber es werden keine Hunde und Katzen gegessen, dass macht man in Südkorea.
Permanent wird irgendwo hingerotzt. Sei es im Zug, Bus, Wartehallen oder auf der Straße. Genauso penetrant ist der ständige Lärm, alles macht Lärm, auch wenns theoretisch unmöglisch scheint, hier ist alles Laut.
Mit Englisch kann man es weit bringen und man muss vor kriminellen Übergriffen nicht mehr Angst haben als in Berlin, München oder Ingolstadt. Als weißer Mensch wird man immer und überall angeglotzt, es ist einem manchmal sehr unangenehm, aber es wird einem schnell bewusst, dass sie nur neugierig sind. Wir haben viele hilfsbereite und zuvorkommende Menschen kennen gelernt.
Schade ist, dass sämtliche Attraktionen, sei es ein Park, Kalkfelsen, die Mauer, ein Museum etc. jedesmal so dermaßen Touristisch und künstlich sind, dass es sehr schwer ist das Authentische China zu erleben.
Tolles Reiseland, aber leider fehlt der Flair!

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