Weltreise Teil 5 – Irkutsk – Baikalsee – Olkhon

Irkutsk – die sibirische Stadt mit fast 600 000 Einwohnern begeistert mit ihrem dörflichem Charme. Selbst bei widrigsten Temperaturen zieht es die Einwohner am Wochenende in den Stadtpark und an die Promenade des Flusses Angara, der einzige Abfluss des Baikalsees. Es werden Liebesschlösser ans Geländer gemacht, fotografiert, Jungendliche treffen sich in Gruppen und russische Mädls machen mit ihrer Videokamera lustige Interviews mit Spaziergängern. Es wirkt alles sehr eingespielt und kreativ, aber nicht niedergeschlagen wegen eisigen Temperaturen.

„Irkutsk ist die einzige sibirische Stadt, die die Form einer richtigen Stadt hat. Sowie England London, und Frankreich Paris erschaffen hat, so hat Sibirien Irkutsk zu Stande gebracht. Der Stolz von Irkutsk ist, dass man Sibirien so lange nicht kennt, bis man Irkutsk nicht gesehen hat.“ N. Shelgunov
Wir vertreiben uns die Zeit mit Spaziergängen und einem Ausflug nach Listvjanka am Baikalsee. Das kleine Fischerdörfchen hat im November leider nichts zu bieten. Kläffende Hunde und Raben die um unsere Köpfe kreisen. Man hat das Gefühl, dass jederzeit ein Braunbär um die Ecke kommt.
Wir besuchen das schwer auffindbare Limnologische Museum. Für umgerechnet 7,50 Euro Eintritt kann man drei Räume mit Ausstellungen um den Baikalsee besichtigen. Alles ist auf Russisch geschrieben, ausschließlich der Spendenkasse.
Im Erdgeschoss befindet sich der Aquariumsbereich mit hoffnungslos überfüllten Aquarien und zwei Baikalrobben. Auf 8 x 2 Metern mit rostigen Wänden ohne Spielzeug oder irgendetwas natürlichem im Becken schwimmen diese süßen Robben total verstört von links nach rechts und zurück. Unserer Meinung nach eine totale Tierquälerei, die man nicht unterstützen darf.
Bis heute weiß man nicht wie diese endemische Tierart an den Baikalsee gekommen ist.
Tags darauf geht es in 7 Stunden mit einem Istvana Minibus die 250 km zur Insel Olkchon in das Dörfchen Khuzir. Seit 2005 gibt es dort auch Strom, fließendes Wasser gibt es heute noch nicht. Wir kommen bei Olga unter. Sie gibt uns ein schönes Zimmer und bekocht uns reichlich und gut.
Zur Toilette müssen wir raus, weit hinterm Haus gibt es Plumpsklos.
Bevor wir uns schlafen legen laufen wir noch etwas durch die sandigen Straßen. Uns begegnen Kühe mitten in der Ortschaft, die sich an den Gartenzäunen kratzen, Autowracks liegen am Straßenrand und beim Einbruch der Dunkelheit müssen wir zurück, weil es ohne Sonne doch sehr kalt und finster wird.
Ausgeschlafen machen wir eine Jeeptour zum Norden der Insel. Die Fahrt ist wirklich anstrengend aber total cool, denn ohne sich festhalten zu können, fahren wir über Wege die bei uns als mittelschwere Wanderpfade ausgeschrieben wären. Es macht viel Spaß mit dem alten 4 Gang betriebenen Militärjeep von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt zu fahren ohne einen Menschen zu begegnen und die pure Natur der Insel zu genießen. Irgendwie erinnert es uns ein bisschen an Island. Eine Baumlose und karge Landschaft mit wilden Pferden und Kühen die sich Kilometer weit hinzieht.
Mittags entfernen wir uns etwas vom Auto und laufen gemeinsam mit unserer Mitfahrerin aus Belgien durch den Schnee und schauen von den hohen Klippen über den ganzen See.
Das Wetter ist gut. Mäßiger Wind und Sonne bereitet uns eine gute Aussicht.
Zurück beim Jeep hat unser Fahrer Leonid Essen gemacht. In Alufolie eingewickelter Omul mit Kartoffeln im Lagerfeuer gegart. Wir genießen es etwas warmes zu Essen!
Bald geht es schon wieder zurück über die holprigen Pisten und wir müssen wirklich vorsichtig sein, dass wir nicht vom Sitz fliegen.
Zuhause bei Olga setzen wir uns erstmal ins „Banya“. Die russische Variante einer Sauna, in der wir uns gleich noch waschen können. Total aufgeheizt trinken wir in unserem Zimmerchen einen Vodka und gleich gibt’s schon wieder Abendessen.
Am nächsten Tag müssen wir uns leider schon wieder verabschieden und fahren den Weg zurück in unser Hostel nach Irktutsk. M

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