Weltreise Teil 4 – Moskau – Transsibirische Eisenbahn – Irkutsk (Baikalsee)

Ein langer Tag steht bevor, wir müssen unsere Zeit bis 23 Uhr irgendwie durchbekommen. Man meint in einer 13 Millionen Einwohner Stadt kein Problem. Doch bei eisigen Temperaturen und mangelhafter Touristischer Infrastruktur – dazu kommen horrende Preise – kein leichtes unterfangen. Wir machen uns also auf und besichtigen den Kreml, den roten Platz und besuchen den toten, einer Wachsfigur gleichenden Mumie Lenin. Das Mausoleum wird sehr streng bewacht, fast etwas übertrieben. Immerhin wird kein Eintritt verlangt, was auch sehr geschmacklos wäre.

Wir haben noch Stunden Zeit, also laufen wir ein bisschen spazieren und sind erschrocken was sich auf den Straßen Moskaus so abspielt. Siebenspurige Straßen (one way) und ein permanenter Stau. Die reichen Russen können sich Blaulichtlizenzen kaufen und, meist auf schwarzen Spitzenklassen Wagen, montieren. Das führt dazu, dass alles mit Blaulicht machen kann was es will, darunter leiden wiederum Polizei und Krankenwägen, da ein Blaulicht keinen bestimmten Status mehr genießen kann.
Gegen Abend stärken wir uns noch mit richtigem Essen, Borscht und Beef Stroganoff, bevor wir unsere Sachen packen und zum Moskauer Bahnhof „Jaroslawl“ mit der beeindruckenden Metro fahren.
23:45 Uhr – es geht los, wir steigen in unser 4er Abteil der Transsibirischen Eisenbahn, welche die längste Bahnstrecke weltweit ist. 74 Std Fahrt und 5185km bis wir irgendwann in Sibirien ankommen.
Svetlana und Sascha, ein Ehepaar um die 65 Jahre alt, teilen sich das Abteil mit uns, sie kommen gerade aus ihrem Tschecheiurlaub und fahren nach Hause nach Omsk. Im weiteren Verlauf wechselt die Belegung noch vier mal.
Wir sitzen Abends viel bei unseren neu gewonnen Freunden aus Wladivostok, Alan, Roman, Albina und der drei jährige Sascha. Wir trinken viel Cognac und nach jedem Schluck wird ein Stück gegessen. Tags danach fühlte sich mein Kopf an, als hätte ich vier ganze Hähnchen essen müssen. Wir verbringen den Tag wieder mit viel spielen und essen, bald sind wir da, doch davor müssen wir nochmal bei unseren Freunden vorbeischauen. Letztendlich ist alles gesagt, was wir in der Transsib gemacht haben.
Bei Minus 20C° kommen wir total verplant in Irktutsk am Baikalsee an. Plötzlich wieder fünf Stunden Zeitverschiebung, die halbe Nacht nicht geschlafen und fast vier Tage nicht geduscht. Wir freuen uns auf eine Dusche – doch damit darf man in Sibirien nicht rechnen. Rohrbruch ist angesagt. Das Wasser das rauskommt ist zu heiß um sich zu waschen, daher müssen wir etwas Wasser in Kochtöpfe füllen um es abkühlen zu lassen. Wir waschen uns also mit je einem Topf Wasser den Dreck der letzten Tage runter und sind glücklich wieder wie Menschen zu riechen. Mal schauen was die Tage hier noch bringen. Jetzt stärken wir uns mit kaltgeräuchertem Omul und trinken Bier. M
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Verschlafenes Dörfchen am Baikalsee

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