Australien: Roadtrip!!

Endlich, mein gestohlener Führerschein ist nach einer Odyssee mit deutschen Ämtern zwei Tage vor unserer Abreise aus Darwin angekommen. Wir reparieren unser Auto nach meinem Selbstverschulden und packen alles zusammen, damit wir nach einer kleinen Abschiedsfeier mit Arbeitskollegen weiter kommen.

Unser erster Stop ist Katherine südlich von Darwin mit seinem wunderschönem Nitmiluk Nationalpark. Wir wandern entlang der Schlucht und nehmen ein Bad, bevor wir in Richtung Western Australia aufbrechen.
Auf dem Weg machen wir noch in zwei weiteren Nationalpärken halt um unseren Kartoffelvorrat aufzubrauchen. Wir essen eine Woche lang Kartoffeln, denn man darf keine Pests, Gemüse, Obst und Weeds mit nach Western Australia mitnehmen. Gleich nach dem Quarantäne Checkpoint halten wir in dem Nest Kununurra um alles zu besorgen was wir aufbrauchen mussten, hier gibt es nichts zu sehen. Wir fahren in den nächsten Tagen über tausend Kilometer auf dem
Great Northern Highway durch die Savanne und halten alle paar hundert Kilometer zum Tanken und wenn wir Glück haben gibt es in diesen abgelegenen Orten sogar etwas zu sehen.
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Abends fahren wir kostenlose Campingmöglichkeiten am Highway an und sofort kommt man mit den pensionierten Australiern ins Gespräch und bekommt Unmengen an Informationen.
Unser Auto sieht inzwischen aus wie eine Touristeninformation.
Anfang September kommen wir in Broome an der Westküste an. Wir treffen uns sofort mit Garry und Jenny am Campingplatz. Garry ist der Bruder von einem unserer Köche in Darwin. Wir werden mit einem kalten Bier und Snacks erwartet.
Zwei Tage verbringen wir in Broome, gehen am berühmten Cable Beach schwimmen und schauen uns die Stadt etwas an. Bald hören wir von einer Freiwilligenarbeit nähe James Price Point 60km nördlich von Broome. Wir entscheiden uns dort hin zu fahren. Die nächsten zwei Wochen verbringen wir im Busch um für eine Studie Buckelwale zu zählen und ihr Verhalten zu studieren.
Das Camp – Murdudun genannt – gehört zum Aboriginal Land der Goolarbooloo. Zwei Kilometer weiter liegt Walmadan, ein Aktivisten Camp.
Öl – und Gasfirmen wie Shell und BP möchten vor der Küste das größte Gasfeld weltweit errichten. Das würde heißen, dass große Kanäle gegraben werden, Grundwasser wird abgelassen und die Natur zerstört. Die Goolarbooloo kämpfen dafür, den Lebensraum der größten Buckelwalpopulation, Meeresschildkröten, Delfine und Dugongs zu retten. Am Ufer kann man bei Ebbe Dinosaurier Fußabdrücke finden und in den Dünen zählt man viele heilige Plätze der Ureinwohner. Wir haben u.a. eine Düne besucht, die als Werkstatt diente, um Sperrspitzen und Werkzeuge herzustellen. Seit Tausenden von Jahren wird dies produziert und noch heute gefunden. Viele dieser sogenannten Sacred Sites werden von großen Maschinen bedroht, obwohl Gesetzgebungen das kulturelle Erbe der Aboriginies schützen sollten. Trotzdem ist es möglich, mit schwerem Gerät Probebohrungen inmitten der Sites durchzuführen. Die Aboriginies werden mit Geld bestochen, oder sogar von der Polizei an Ort und Stelle abgeführt.
Trotz dieses Dramas, genießen wir die Zeit an dem Ort, welche kulturell und naturhistorisch sehr geprägt ist. Wir campen direkt am Meer, haben einen Traumstrand ganz für uns allein, nette Leute mit welchen wir viel Spaß haben und natürlich die Wale.
Die letzte Nacht verbringen wir mit super Menschen, Musik, Feuer, Bier und Schlafsäcken am Cable Beach bevor wir uns mal wieder verabschieden müssen.
Die Fahrt geht weiter Richtung Karijini Nationalpark. Fast tausend Kilometer geht’s durchs nichts, wir werden aber vor Ort von atemberaubenden Schluchten belohnt in welche wir gleich mal runter steigen um ein erfrischendes Bad in einem der natürlichen Pools zu nehmen. Viele tolle Wanderungen zeigen uns die Schluchten von allen Seiten.
Der zweite Abend beschert uns leider weniger Freude. Wir sitzen in der Schlucht am Fluß, indem man schwimmen darf, aber aus Sicherheitsgründen eben nicht springen. Ein dummer Familienvater missachtete alle Warnungen und sprang aus 10m Höhe vom Fels in den Fluß, ohne vorher die Wassertiefe zu testen. Das erwartete Drama nimmt seinen Lauf als er mit einem gebrochenen Bein und Fuß, der 90 Grad nach rechts abgeknickt ist, auftaucht. Wir suchen nach Hilfe, sind geschockt. Mitleid mit seiner Frau, Kinder und Eltern die auch dabei waren, haben wir, aber so unglaublich blöde „Opfer“ bekommen kein Mitleid. Letztendlich hat die Rettungsaktion mindestens fünf Stunden gedauert.
Wir fahren am nächsten Tag wieder weiter, mit gesunden Beinen, in Richtung Exmouth. Auf dem Weg tanken wir ganz tollen Diesel für $2.05 pro Liter und dann gibt’s nicht mal einen Wasserhahn um Wasser aufzufüllen, wie eigentlich überall. Wir melden uns wieder, weiter geht’s in Richtung Perth.
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